So, einen Tag haben wir noch. Nachdem wir gestern noch ewig über den Karten gebrütet haben, wissen wir heute ungefähr die Richtung von dem, was wir machen wollen. Es ist schon ein Witz, was sich hier Wanderkarte nennt – ein Areal wie Bayern komplett auf einem Quadratmeter Papier. Aber erstmal heisst es packen und auschecken. Dann lassen wir es rollen in Richtung Forest.
Das Wetter ist nochmal genial mit 32 Grad unten. Im Wald hat es dann muggelige 25 Grad. Heute wird es wieder ein Trail an einem Fluss entlang.
Auf dem Weg dorthin gab’s noch eine kleine Aufregung.
Zum Glück hatte die sich schon erledigt. Ich bin ja der Meinung, dies war eine Red Diamond Rattle Snake. Ich habe im Internet auch welche gesehen, bei denen die Rassel nicht schwarz-weiss gestreift war. Marvin meint, das war keine Klapperschlange. Vielleicht kann Tim weiterhelfen, bitte 😉
Wir durchquerten wieder eine wunderschöne Landschaft. Bis zu unserem Ziel, dem Kern River, ist es noch ein ganzes Stück.
Allmählich wird der Wald lichter und die Gegend wird stellenweise wieder steppenähnlich. Mist, das heisst leider auch, es wird heisser. Zum Wandern ist das natürlich doof. Doch wir lassen uns erstmal nicht beirren, mal schauen…..
Unterwegs begegneten wir sogar einem Geier. Der stellte sich allerdings etwas zickig an und wollte sich nicht von mir fotografieren lassen. Dann hab‘ ich halt kein Foto für dich, so!
Manchmal ging es wieder seitlich gewaltig abwärts, ohne Leitplanken versteht sich.
Ich finde das ja jedes Mal richtig gruselig…. Hier sind wir schon im Kern River District…… und auch schon bald am Ziel.
Oberhalb der Brücke ist der Parkplatz. Unser Weg führt uns entlang des Kern Rivers. Es ist brütend heiss – laut Anzeige im Auto 35 Grad. Mal sehen, wie weit wir kommen, bevor wir uns in den Fluss stürzen. Auf geht’s!
Der Weg führte immer weiter nach oben, weg vom Fluss. Die Sonne brannte gnadenlos auf uns herab, und von den Felsen strahlte zusätzlich eine sagenhafte Hitze ab. Es war wie im Backofen und meines Erachtens nach dürften wir hier locker 40 Grad haben. Wir beschlossen nur noch ein paar Minuten zu gehen und zu sehen, ob der Weg wieder nach unten ans Wasser führt. So macht es weder Sinn noch Spass, obwohl die Aussicht klasse ist.
Leider hatten wir Pech. Der Weg scheint tatsächlich nur nach oben zu führen. Jamie kam inzwischen absolut an seine Grenze. Da ging nix mehr. Also retour.
Er hat dann sogar aus einer Flasche getrunken, weil wir Pfeifen seinen Napf im Auto gelassen haben. Brauchen wir nicht, wir sind ja direkt am Wasser, jaja 🙁
So ging’s abwärts bis an eine zugängliche Stelle am Fluss. Da war Jamie ganz schnell wieder fit.
Man sieht es auf den Bildern gar nicht, aber die Strömung war hier ziemlich stark und kurz nach der Stelle wurde es tiefer. Jamie hätte dann schwimmen müssen, was er nicht mag. Also musste er an der Leine bleiben.
Wir setzten unsere Tour fort – nun in Richtung Sherman Pass. Auf 3000m Höhe ist es sicherlich auch wieder etwas kühler.
Unterwegs trafen wir dieses Schmuckstück:
Von da weg ging es teilweise heftig bergan, doch es wurde nicht kälter.
Ist das nicht erschreckend? Bei der Hitze im Sommer wundert mich das allerdings nicht.
Nun geriet auch der Dodge an seine Grenzen und das Kühlwasser war kurz vor Kochen. Klasse! Wir machten die Heizung an und Fenster auf. Hilfe!!!! Das half etwas – aber nur dem Auto, schwitz, tropf…..
Endlich oben. Hier war es erträglich, im Wind sogar fast kalt. Ich bin auch mit nichts zufrieden, gell. Wo ist der Pullover, wenn man ihn braucht 😉
….. und weiter geht’s zum nächsten Trail. Das Auto hatte sich auch abgekühlt, zum Glück! Das wäre aber auch eine denkbar blöde Stelle für eine Panne, und das Handy hatte kein Netz, grr.
Ja, genau da will ich laufen!
Das Wandern ist des Müllers Lust – aber Henrik ist nicht Müller, ne.
Hier waren wir absolut allein. Man hörte nicht mal ein Auto oder irgendwas, nur Vögel, Grillen….
Auf der andern Talseite ist schon Domeland District.
Irgendwann verlor sich irgendwie der Weg. Wir liefen nach Gefühl und durch Gestrüpp. Mhpf!
Nach dem Brand wucherte das Gestrüpp hier wie verrückt. Wir machten uns auf den Rückweg. Marvin wollte allerdings die Direkte den Berg hoch nehmen, und wir Blödmänner gaben nach. Mit den ganzen Dornen wurde dieser „Weg“ eine echte Tortur. Irgendwann hiess es vorn plötzlich „Stopp, Schlange“, doch das Tierchen wollte nicht auf mich und die Kamera warten. Vielleicht auch besser so 😉 . Wir liefen sogar ein Stück über einen umgestürzten Baumstamm und konnten uns so zum Glück die schlimmsten Hecken ersparen. Alles in allem hatte Marvin einen Mordsspass, schön für ihn. Ich gebe zu, ich war etwas angesäuert. Er durfte mich grad nicht ansprechen. Meine Beine sind völlig zerkratzt.
Irgendwann erreichten wir auch wieder moderates Terrain und schliesslich unser Auto. Henrik und ich wollten vorerst nicht mehr wandern. Jamie hatte, glaube ich, auch deutlich genug. Und nun hiess es „Auf nach Hause“.
Eben hatten wir noch Wald und fast schlagartig sah es dann so aus:
Da waren wir über den Pass drüber. Von hier aus kann man bis ins Death Valley schauen. Hier schnellte die Aussentemperatur gleich wieder rasant nach oben. Keine Gefahr für den Motor, es ging nur abwärts, dafür aber für die Bremsen. Die fingen auch bald an zu stinken.
Interessanter Parkplatz!
Da sieht man den Beschiss mal wieder – von wegen die Joshua Trees wachsen nur im NP. Wir haben ständig welche ausserhalb gesehen, nicht nur in Kalifornien, auch in Arizona, Nevada und Utah. Die waren dann wohl auf der Flucht vor den Touristen, oder was?
Death Valley – was da wohl grad für Temperaturen herrschen? Zum Glück müssen wir hier heute nicht durch.
Nun liegen noch ungefähr vier Stunden Autofahrt vor uns.
Gegen 23.00 Uhr kamen wir wieder zu Hause an. Und weil’s so schön war, gibt’s nochmal Bilder vom Wald bei Hidden Falls.
Fazit – absolut empfehlenswert. Heute sind wir froh, dass wir nicht im Nationalpark gewesen sind. Es war wohl rammelvoll. Da hatten wir es doch deutlich schöner!
















































































































































































































































































