Gewaltig! Grossartig! Gigantisch! Einfach geil!
Unser verlängertes Wochenende war schlichtweg der Hammer! Am Samstag Vormittag ging es los. Unser erstes Ziel war Tusayan in Arizona am Grand Canyon. Wir hatten eine achtstündige Autofahrt vor uns, mit Pausen vielleicht neun oder zehn. Also Koffer und Kühltasche (neu, zum Ziehen mit Rädern 😉 ) gepackt und los geht’s. Vor uns lagen etwa 550 Meilen.
Sobald man etwa eine Stunde von der Küste landeinwärts gefahren ist, hat man die Zivilisation komplett hinter sich gelassen. Bis San Bernardino ging es landschaftlich abwechslungsreich bergauf. Danach folgte eine Ewigkeit durch die Mojave-Wüste immer mal wieder ein Stück auf der legendären Route 66 zwischen Barstow und Needles.








Hier überquerten wir den Colorado River, die Grenze zu Arizona.




Kurz die Beine vertreten und weiter….

Weiter ging es in Richtung Williams und dort endlich nördlich unserem Ziel entgegen. Es wurde dunkel.


Wir erreichten Tusayan und unser Hotel gegen 9 Uhr abends.
Tusayan ist ein winziges Örtchen bestehend aus einigen Hotels, Restaurants, ’nen Supermarkt und einer Tanke – sonst nix. Da wir ausserhalb der eigentlichen Saison hier waren, herrschte ziemliche Stille. Schnell eingecheckt und ab auf die Suche nach einem warmen Abendessen. Haha! Soweit, so gut oder auch nicht. Das Restaurant in unserem Hotel hatte schon geschlossen. Gut, über der Strasse gab es ein Steakhouse. Auf geht’s. Open bis 9pm. Überraschung! Gerettet hat uns letztlich McDonalds. Die hatten bis 22.00Uhr offen. Es war 21.50 Uhr und so konnten wir wenigstens noch etwas mitnehmen. Bepackt mit unsrem Abendessen und einer Handtasche voller Ketchuptütchen, die mir die Jungs reingeworfen hatten – ich hatte nur vier Stück genommen – ging es wieder ins Hotel. Unser Hotel selber hatte eher Motelcharakter, war recht abgewohnt und dunkel, aber wir wollten hier auch nur schlafen.
Der Sonntag brach an mit strahlend blauem Himmel und frostigen ca. 0 Grad. Sch…., war das kalt! Schnell gefrühstückt und gleich auf in Richtung Grand Canyon. Der Parkeingang war nach 5min erreicht. Wir bezahlten unsere 25$, bekamen eine Karte und etwas Infomaterial und steuerten einen Parkplatz an.


Unsere Tour startete am Mather Point und sollte uns zuerst nach links zu Hermits Rest führen. Es lagen Luftlinie 10 Meilen vor uns, aber erstmal runtergucken…..mein erster Eindruck – MEIN GOTT!!!! – hat mich fast umgehauen. Ich weiss nicht, ob mich jemals etwas so stark beeindruckt hat. Zum Glück haben wir ungefähr 600 Fotos gemacht, denn es würde mir echt schwerfallen, das alles in Worte zu fassen. Einige Fotos hab‘ ich weggelassen 😉 . Wenn es Euch zu viele werden – einfach weiter scrollen….















Den ersten Abschnitt zum Yavapai Point sind wir gelaufen. Eine Strecke von etwas über einer Meile, aber wir haben schnell gemerkt, dass wir so nicht weit kommen werden. Also beschlossen wir, mit dem Auto auf amerikanische Weise die einzelnen View Spots anzufahren und mal hier und da auf europäische Weise ein Stück zu laufen. Ihr dürft Euch nun „einige“ Bilder anschauen.








Nachdem ich eine Weile die Weite bestaunt hatte, schaute ich in die Tiefe. Ups! Da sind zwar größtenteils Geländer, doch die sind blöderweise ganz vorne dran. Danach geht es steil in die TIEFE, und wie tief – stellenweise sogar bis 1100m. Nicht wirklich was für mich, aber absolut beeindruckend.








Mein Sohn hat einen Knall!!! Ich denke, wenn Ihr Euch die Bilder anseht, wisst Ihr was ich meine. Mir war stellenweise so schlecht, dass ich gehen musste. Und Elmar hat den Scheiss auch noch mitgemacht, aber dem macht die Höhe auch nichts aus.




….so ging es runter. Mir konnte in der Hinsicht jeder Adrenalinkick gestohlen bleiben.




So sieht es also von weiter hinten aus….. und weiter über Maricopa zum Hopi Point….










….weiter zum Hermit’s Rest…..















….mal abheben….














Der Nachmittag ging zur Neige. Sonnenuntergang über dem Grand Canyon muss gewaltig sein. Ich hatte mir schon einen Punkt ausgesucht, von dem aus man einen grandiosen Blick haben sollte. Moran Point.


Nur leider zog der Himmel etwas zu und es wurde wieder kälter. Die Jungs und der Hund schliefen inzwischen schon im Auto.






Man konnte richtig sehen, wie die Luft kälter wurde.




Das mit dem Sonnenuntergang wurde nichts mehr. Es wurde einfach nur dunkel. Also fuhren wir zurück ins Hotel. Heute sollte es nicht schon wieder das Gasthaus zum goldenen M werden. Probieren wir es also eher beim Steakhaus. Ein schneller Blick auf die Karte – woho – 30$ im Schnitt… Blick nach innen…. ne, danke! Für 30$ kauf ich auch Ambiente und das war nix, nicht mal Tischdecken, verlotterte Bedienung, dunkel, schmuddelig…. also essen wir mexikanisch…. was auch ein Griff ins WC war. Zum Glück blieben wir nicht länger in diesem Kaff. Alles ist hier superteuer und qualitativ nicht vorhanden. Schon klar, wenn es dunkel wird, können die Touristen nicht mehr wirklich weg. Hier ist meilenweit im Umkreis nichts.
Der nächste Morgen begrüsste uns wieder mit Sonnenschein und Temperaturen um den Gefrierpunkt. Elmar ging gleich in der Früh mit Jamie eine Stunde in den Wald, denn später sollte kaum noch die Gelegenheit dazu kommen. Heute wollten wir uns noch zwei Visit Points anschauen. Wir begannen beim Desert View.






Hier oben gab es einen kleinen Shop mit dem Üblichen – Karten, Basecaps, Anstecker…. und ein Buch mit allen Absturzopfern im Canyon und den entsprechenden Umständen. Das wollten meine drei Männer natürlich sofort haben. Finde nur ich das morbide? Ausserdem waren wir ja noch nicht weg. Jedenfalls wurde das Buch heimlich gekauft. Ich fand es dann zu Hause beim Auspacken.


…..und noch ein Ausblick von einer Parkbucht aus…..


…. nun heisst es Abschied nehmen von einem absolut beeindruckendem Weltwunder.




….. on the road again….. VIVA LAS VEGAS!