Menschen mit grossen Füssen sind schon gestraft. Eltern von Menschen mit grossen Füssen sind doppelt gestraft.
Marvin hat uns neulich eröffnet, dass er fuer sein Training spezielle Footballschuhe braucht. Gut, kaufen wir eben welche, kein Ding. Sein Trainer nannte ihm wohl auch einen Laden, wo wir Erfolg haben würden. Der war allerdings ’ne ganze Ecke weg, wiedermal. Wir dachten, wir sind schlauer und fahren nur ins Einkaufszentrum mit gefühlten 120.000 Geschäften. Dort würden wir mit Sicherheit fündig. Manchmal habe ich das Gefühl, ich treibe nur noch auf den Strassen von San Diego umher.
Nachmittags um 4.30 brachen wir auf, wollten einen Umweg nehmen über den Strand von Torrey Pines und den Gliderport. Jetzt soll ja ein guter Zeitpunkt sein zum Wale beobachten. Ausserdem hatten wir wie immer gigantisches Wetter, und das Licht versprach einen ebensolchen Sonnenuntergang. Elmar hatte es wunderbar getimt. Wir kamen im richtigen Moment.
Weitere Bilder vom Gliderport, ich fand’s einfach schön.






Wale hatten wir an dem Abend keine zu Gesicht bekommen. Dafür ist Marvin am Wochenende mit Delfinen gesurft/ geschwommen. Es ist Wahnsinn, wie nah die manchmal rankommen. Sind wahrscheinlich wirklich neugierig. Im ersten Moment erschreckt man ziemlich, wenn man auf’s Wasser schaut, sein Kind beobachtet und plötzlich eine Rückenflosse daneben auftaucht.
Aber die Wale erwischen wir schon auch noch.
Nun also auf in die Mall. 1. Sportgeschäft nur bis Grösse 42. Das wird eng. Anscheinend sind alle Grössen darüber hinaus immer in Rekordzeit ausverkauft. 2. Laden ebenso nichts. Wenn ein Artikel ausverkauft ist, wird auch nicht nachbestellt. Es kommt erst wieder neue Ware in der neuen Saison….. So blieb uns nichts anderes übrig, als doch noch in das empfohlene Sportgeschäft zu fahren, wo wir schliesslich auch die entsprechenden Schuhe bekamen. Marvin hatte sogar die Auswahl zwischen ganzen zwei Paaren in Grösse 46 (hoffentlich wachsen die Füsse nicht weiter, sonst bekommt er geviertelte Autoreifen drunter geschnallt!).
Inzwischen hat er das erste Training in den neuen Schuhen absolviert. Alles passt, keine Blasen, supi! Das war am Montag. Am Montag Abend vor dem Schlafengehen hat uns unser Sohn verkündet, dass er nun auch Rugby spielen will. Dienstag sollte sein erstes Training stattfinden, na gut. Am Dienstag Abend erzählt er uns, er braucht für das Training spezielle Rugbyschuhe, jawoll! Wenn als nächstes Ballett kommt, spiele ich nicht mehr mit!
So verging unsere Woche. Wieder nix Besonderes ……
BIS FREITAG!!!!
Ich fuhr wie jeden Morgen die Jungs zur Schule, steh‘ mich durch den Mütterstau, anhalten, Tür auf, raus mit euch, viel Spass…… und weiter durch den Mütterstau zurück auf die Hauptstrasse. An der Ampel muss ich rechts und darf hier sogar nach kurzem Stop bei Rot abbiegen. Inzwischen ist das Routine. Machen alle so, nicht schlecht. Dann geht es kurz gerade aus und ich muss mich links einfädeln. Ich überlege noch, was ich daheim als erstes mache – Hund oder Wäsche? Da bricht hinter mir die Apokalypse los! Ein Polizeiauto knallt Sirene und Blaulicht rein, mir schlug das Herz gleich mal in der Oberlippe. Ein Höllenlärm, unbeschreiblich. Und die meinten MICH!!!! Aus lauter Panik bin ich sofort links auf der linken der Abbiegespuren stehen geblieben. Mir war speiübel. Doch es tat sich nichts. Dann rief einer der Officers etwas über den Lautsprecher. Ich hab‘ nichts verstanden. Das hat fürchterlich geschnarrt. Ich stand und wunderte mich. Dann _kam _jedes _Wort _abgehackt _einzeln _über _Lautsprecher_. Ich sollte weiterfahren und woanders rechts ran. Mein Gasfuss hat gezittert wie eine Nähmaschine. Keine Ahnung was ich falsch gemacht habe. Schliesslich stand ich rechts am Strassenrand, der Officer kam. Ob ich wüsste, was ich falsch gemacht habe. Nee, keine Ahnung (hab ich aber nicht gesagt – ich hab nichts gesagt). Führerschein, bitte! Was ist das? Mein Führerschein, extra neu, umgeschrieben auf international. Pass, bitte! Dann war er weg, beriet sich mit seinem Kollegen…. Im Endeffekt hatte ich keinen in Kalifornien gültigen Führerschein. Auf Grund unseres Visums – eben kein Tourist – muss man spätestens 10 Tage nach der Ankunft eine kalifornische Fahrprüfung ablegen. Ausserdem darf man NIEMALS auf der linken Strassenseite stehenbleiben, es sei denn, man hat eine Panne. Was ich vorher falsch gemacht habe: mein Stop an der roten Ampel war zu kurz. Also hatte ich eine rote Ampel und ein Stoppschild überfahren, hielt unerlaubter Weise am linken Fahrbahnrand und hatte keinen gültigen Führerschein. Wahrscheinlich muss ich nun in den Knast! Dann ging er wieder zu seinem Kollegen. Mir fiel nix mehr ein.
Beim kurzen Nachhintensehen seh‘ ich die beiden grinsend flachsen. HAEH?! Als der Officer mir nun meine Papiere zurückbrachte, bekam ich lediglich eine Belehrung zu den gültigen Verkehrsregeln, meiner eigenen Sicherheit, muss nun doch den kalifornischen Führerschein machen und erhielt eine schriftliche Verwarnung. Obwohl das noch glimpflich abgegangen war, donnerte mein Puls zu Hause immer noch.

Ich möchte noch anmerken, dass hier jeder zum Rechtsabbiegen an der roten Ampel KURZ stoppt und dann abbiegt. Ich habe noch keinen gesehen, der tatsächlich drei Sekunden wartet und dann erst losfährt. Wahrscheinlich ist nur keiner so doof, ein Polizeiauto hinter sich vorher nicht zu bemerken!
Noch eine Frage an den Biologen unter Euch: Warum zischen diese lustigen Tierchen, wenn man näher kommt? Jamie findet das wahnsinnig spannend.

















unglaublich diese Geschichte! ich hätte wahrscheinlich in die Hose gemacht vor lauter Schiss!
Aber eine echte angeheiratete Kirchner-Frau haut ja so schnell nix um! 😉
Nun muss ich doch auch mal was schreiben, liebe Marion. Abgesehen davon, das sich die Polizisten über Dich amüsiert haben, scheinen die wohl auch noch Vergrößerungsgläser getragen zu haben. Oder wie kommen die auf eine Körpergrösse von 5.8 ft im Strafzettel? Da kann doch was nicht stimmen …
By the way, ich warte immer noch auf ein Foto im Tagebuch von Dir und deiner Fußbank für die oberen Schränke.
Ansonsten gilt: Vielen Dank und weiter so, denn auch wir geniessen regelmässig Euer Tagebuch und ganz besonders Deine Art zu schreiben.
Viele Grüsse an alle
Steffen(und Annett)
Ich frag mich auch wer da wirklich gefahren ist!
5.8 ft bei 140 lb (keine metrischen!).
😉
Hallo Marion,
Für uns natürlich sehr lustig wenn wir das so lesen , aber ich kann mir vorstellen wenn man mitten im geschehen ist bleibt einem fast das Herz stehen . Denn wenn wir Polizei in Amerika hören stellen wir uns das immer sehr schrecklich vor (Täter wird aus dem Auto gezehrt auf den Boden geworfen und mit den Gummiknüppel auf ihn eingeschlagen) ich sehe wohl zu viele so schreckliche Filme !!!! Wünsche Euch noch eine schöne Woche und an alle liebe Grüße . Margret
Hi Marion,
Bei euch in Südkalifornien gibt es nur eine Eidechsenart die giftig sein kann und das ist die Gila-Krustenechse. Die erkennt man aber auf den ersten Blick!, dass die gefährlich ist (walzenförmiger Körper, 60-80cm dick, Farbgebung). Aber auch die Gila warnt durch zischen bevor sie zubeißt. Alle anderen Echsenarten sind ungiftig. Täuschen durch zischen aber ihre Gefährlichkeit vor. Das Tier auf dem dritten Bild sieht eher wie eine Blindschleiche.
Lg Tim
Ich finde es wahnsinnig cool von dir, dass du wegen einer San-Diego-Ehrenurkunde schon vor 7:45 Uhr auf der „Piste“ bist.
Gruß an alle
Erwin und Lisbeth
Schoen, dass Euch das offensichtlich amüsiert. Ich hatte von Lisbeth ja auf „Oh, Du Arme“ oder etwas in der Art gehofft 😉 .
Die lustigen Tiere zischen, um Angst zu verbreiten, damit Räubertiere nicht vielleicht doch zubeißen! Damit haben diese Tierchen auch bei zweibeinigen & vierbeinigen Lebewesen guten Erfolg…….
Die Devise zum Überleben in der Natur lautet: täuschen & tarnen!!!!!!
Lg tim
Das ist mir eigentlich klar, hab‘ die Frage falsch formuliert. Ich wollte eher wissen, ob dieses Zischen eine u.U. gefährliche Konsequenz wie Gift, entzündliche Bisse fuer den Hund nach sich ziehen kann. Der fühlt sich nämlich in keinster Weise abgeschreckt, eher neugierig.