Anders als wir es aus Deutschland kennen, werden hier die Eltern bei Schulveranstaltungen absolut eingebunden. So sind auch wir als ein Teil der Falcons Family am Samstag dran zu helfen und mitzumachen. Der Head Coach sagt an, was er will. Die Football Mums & Dads springen. Ganz einfach! So läuft das allgemein in der Schule.
Schön finde ich, dass die beiden Kontrahenten nicht in Zorn, Wut oder Enttäuschung auseinander gegangen sind, sondern den Samstag nach dem Spiel genutzt haben für gemeinsame Unternehmungen. Morgens wurde zusammen trainiert und mittags war ein gemeinsamer Lunch geplant – alles von den Eltern organisiert und erledigt, bezahlt aus den Spendengeldern der Eltern. Nebenbei bemerkt brachte das letzte Event mal eben 20.000$ ein. Nicht schlecht! Das nur von den Footballeltern. Probier das mal in Deutschland. Wenn danach 200 Euro in der Kasse sind, biste gut. Allerdings waren wir daran nicht beteiligt. Wir sind auch so schon im vierstelligen Bereich footballtechnisch unterwegs. Langsam wird’s echt teuer! Pünktlich um 11.00 Uhr traten Elmar und ich an, um Lunchtische aufzubauen und alles mit herzurichten. Einige Mums und noch ein anderer Dad bildeten mit uns eine recht lustige Runde. Immer wieder schnappte ich den Zusatz auf „…. Coach Gladnick hat gesagt….“ (der Head Coach) und das wurde dann brav gemacht. Der scheint die Football Family echt im Griff zu haben wie ein kleiner König. Rasch waren wir fertig. Fehlten nur noch die Jungs und Mädels. Wir erwarteten 70 von uns, 70 Utah Spieler und 25 Cheerleader.
Das ist Annette. Sie hat auch noch vier Bleche Brownies gebacken. Ihr Mann konnte heute leider nicht hier sein. Er war mit seinem Boot auf einer Regatta 😉 Klar, was sonst. Wir durften anhand einer App immer wieder bestaunen, wo er gerade auf dem Ozean war. Cool!
Langsam trudelte die Riesenbande ein. Anfangs hatten wir echt Bedenken, ob das Essen reichen würde. Die Sorge war unbegründet, obwohl auch noch einige Familien der Vikings mitkamen. Es war schön zu sehen, wie alle bunt durcheinander und fröhlich plaudernd zusammensassen.
Von Rivalität, Frust oder „Ätsch“ keine Spur. Es wurde viel gelacht. Prima!
Die Eltern bringen noch letzte Reste an Mann und Frau und klönen. Dabei haben wir einige lustige Stories gehört – unter anderem, dass die Teenies mit Alkohol auch nicht viel anders umgehen als in Deutschland. Nur sind hier die Strafen drastischer. Jackie (die Mum im roten Top) erzählte, dass sie letztens ihre betrunkene Tochter von der Polizei abholen durfte. Die Kleene war wohl so dicht, dass sie beim Anblick ihrer Eltern die Hände zum V-Zeichen hochgerissen hat und laut rief: „600$“. Daraufhin machte der Officer 700$ draus. Nun rief sie:“700$! Wer bietet mehr?“ Da waren’s auch schon 800$, bis Jackie ihr den Mund zuhalten konnte. Aber das war wohl noch nicht alles. Am nächsten Morgen kam die Festnahme wohl sogar in den Nachrichten und das Mädchen wurde namentlich genannt. Das war ihr dann doch mehr als peinlich. Hier gibt’s also noch den Pranger. Gefunden haben wir den Beitrag allerdings nicht mehr. Das ist doch mal ’ne Investition! Weiss nicht, ob Marvin so eine Aktion mit mir als Mutter überleben würde. Da wären die Kopfschmerzen am nächsten Tag seine geringste Sorge.
So, das Mahl ist wohl beendet. Bevor wir zum Aufräumen kamen, gab es noch die eine oder andere kleine Herausforderung unter den Teams.
Hier der „Sumo-Sprint“ – die beiden gewichtigsten aus jedem Team mussten bergauf sprinten. Ich hätte nicht gedacht, dass sich unser George darauf einlassen würde. Wenn er sich bewegen soll, hat er in der Regel „Knöchel“. Beim Sprint hat er jedoch richtig Gas gegeben und gewonnen.
Das war ein Beat Box Battle – oder besser dann doch ein Solo von den Vikings. Unser Falcon hat nur abgewunken, als er hörte, dass sein „Gegner“ das schon seit sieben Jahren macht.
Wie man auf einigen Bildern schon sehen kann, wurden noch T-Shirts getauscht und zum Abschluss gab’s noch ein Gruppenfoto.
Marvin sitzt in der 3. Reihe, 3. von links
Wir Eltern durften noch fertig aufräumen, unser Kind einsammeln und ins Wochenende starten.
Das verbrachten wir dann auch relativ gechillt mit Strand, Pool und Shoppen – unter anderem ein Anzug für Marvin von Ralph Lauren für schlappe 120$. Ich konnte es gar nicht glauben. Ein Restposten nur in der einen Grösse und in Schwarz, Einzelteil. Er passt perfekt, super!
Sonntag Nacht oder besser Montag Morgen hatte es sich ausgechillt. Um halb eins heulte bei uns in der Anlage der Feueralarm los, dass man davon fast Zahnschmerzen bekam. Gejuckt hat das allerdings kaum jemanden. Wir wohnen jedoch blöderweise direkt neben der Rezeption, und wenn es irgendwo losgeht, schrillt der Alarm dort auch. Der Sicherheitsdienst hatte sich in Luft aufgelöst oder so ähnlich. Also setzten wir den Notruf ab. Kurze Zeit später stand auch schon die Feuerwehr vor dem verschlossenen Toren. Marvin öffnete, niemand nahm gross Notiz.
Bei so einer Aktion stünde doch bei uns die komplette Anwohnerschaft auf der Strasse. Hier – niemand. Ein einsamer Gassigänger liess in aller Seelenruhe seinen Hund auf der Wiese sein Geschäft verrichten. Feueralarm abgestellt und Abfahrt. Einige Minuten danach kam dann doch noch der Sicherheitsdienst, immerhin 😉






























































































































































































































































































































