Unsere Reise führte uns nun ganz nach Osten. Direkt am Pazifik, im Nordosten von Oregon bezogen wir Quartier in einem süßen kleinen Motel direkt am Strand. Mit dem Meeresrauschen schliefen wir ein….
Der nächste Morgen – ich konnte es kaum glauben – war wolkenverhangen und eiskalt, klägliche 15 Grad, die sich im Laufe des Tages gerademal auf 18 hochschraubten. Wir frühstückten im Freien. Heisser (Pseudo-) Kaffee machte das möglich.
Wenn auch kein Strandwetter war, so war die Brandung genial, gerade richtig für unser heutiges Ziel. Wir waren schon gespannt auf Thor’s Well, das uns heute ein kleines Naturschauspiel bieten sollte. Zunächst einmal mussten wir suchen. Anders als andere Sehenswürdigkeiten rundherum gab es dafür keine Beschilderung.
In einem Visitor Center am Cape Perpetua bekamen wir die nötigen Infos. Von oben aus hatten wir einen schönen Blick auf’s Meer. So wie hier bestehen grosse Teile der Küste in der Region aus zerklüfteten Felsen. Bei einem Wetter wie heute donnert die Brandung regelrecht auf die Felsen, die Gischt spritzt hoch – genau richtig für das, was wir uns anschauen wollten.
So finde ich das Meer fast eindrucksvoller als bei schönem Wetter. Ein kurzer Fussmarsch und einige Stufen führten uns hinunter.
Wir waren froh über Fleecepullover und lange Hosen. Wer hätte das nach den letzten zehn Tagen gedacht. Marvin trug sogar Mütze und Halstuch.
Jamie fand das Wetter endlich mal wieder klasse. Es hatte etwas von Herbst ( auf den ich mich jetzt schon freue, wenn wir wieder zu Hause sind, echt! ). Der Hund suchte einen Weg ins Wasser, aber hier durfte er leider nicht.
Während ich natürlich ganz vorne stand, um vielleicht ein schönes Brandungsfoto zu erwischen, erwischte mich eine Welle. Prima! Hose nass, Frisur im Eimer, toll! Foto – nix war’s. Später war ich zwar immernoch nass aber etwas klüger. Die Kamera hat zum Glück nichts abbekommen.
Die steigende Flut drückte das Wasser landeinwärts. Die Brandung donnerte gegen die Felsen wie ein LKW über Kopfsteinpflaster. Eine unglaubliche Kraft!
Dann endlich standen wir vor Thor’s Well – ein Loch oder besser eine unterirdische Höhle im Felsen, die je nach Ablauf oder Zulauf einmal ein Loch ist, das sich mit Zulauf allmählich füllt, um dann kaskadengleich überzulaufen.
Gut, wir hatten es uns etwas grösser nach der Beschreibung vorgestellt, und die Flut wäre auch erst in drei Stunden am höchsten, aber so lange wollten wir nicht warten. Ich fand es auch so schon eindrucksvoll. Jetzt, wo ich das aufschreibe, höre ich wieder die Brandung und rieche die See, spüre den Wind – und die Nässe meiner Klamotten 🙂 , herrlich!
Das Meer ist definitiv etwas, was ich vermissen werde…..
In einem kleinen Lokal in Strandnähe haben wir noch Mittag gegessen – Meeresfrüchte, klar. Dann ging’s schon wieder weiter nach Roseburg, nächstes Ziel in Oregon.





































