„Ich habe einen Platz gefunden…“ – der schönste überhaupt! War ich bisher vom Grand Canyon am meisten fasziniert, so muss ich an dieser Stelle revidieren. Hier hat’s einfach alles!
Aber der Reihe nach…. Wir brachen am Morgen schon relativ früh in Richtung Yellowstone auf, wussten wir doch, es ist Ferienzeit, und wir würden mit Sicherheit nicht die Einzigen sein, die sich heute den Nationalpark anschauen wollten. Zum Glück hatten wir ja schon seit April unseren Jahrespass für alle NP in den USA. Am Osteingang, einem von sechs, war es dann doch nicht ganz so voll, wie wir erwartet hatten.
Der Yellowstone Nationalpark hat riesige Ausmasse. Wer weiss, ob wir eines der Autos hier innen überhaupt wiedersehen würden. Die Schlange kam schnell voran. Dank unseres Passes wurden wir regelrecht durchgewunken, hatten keinen Aufenthalt durch Geldwechsel oder Kreditkartenabfrage – aber am Ende auch keine Karte vom Park, wie man sie üblicherweise an jedem Parkeingang bekommt. Auf diesen Maps sind die einzelnen View Points, Besonderheiten, Picknick Areas, spezielle Wege….. prima! Was soll’s, lassen wir uns eben treiben. Irgendwo würden wir schon noch eine Karte bekommen.
Unser erstes Päuschen kam relativ bald. Wir fuhren entlang dem Yellowstone River. Nach monatelang kalifornischer Landschaft und eigentlich fehlender Vegetation ausserhalb der Wohngebiete schien uns das hier schon wie ein kleines Paradies.






Hier erklärte Henrik seinem Papa (!), wie man am besten mit dem iPod Panoramabilder machen kann. Gut, vorher war auch kein Bedarf an selbigen. Es gab also keinen Grund, nach einer solchen Möglichkeit zu suchen.

Nachdem sich Jamie seinerseits über die vielen Bäume und Gerüche gefreut hat, zogen wir weiter.
Das Wetter war heute nicht der Knaller. Uns sollte es recht sein. Bei fast 40 Grad steigt man nicht wirklich gern aus dem Auto.
Unser Weg führte uns bisher immer am Fluss entlang, mal ruhig, mal wirbelnd bis zu den Firehole Falls.
Nun hielten wir Ausschau nach den berühmten Geysiren. Ich hatte zuvor Bilder im Internet gesehen, die waren gigantisch. Aber ohne Karte konnten wir erstmal nur sehen, was hinter der nächsten Kurve auf uns wartete. Schliesslich fing es irgendwann an zu müffeln, doch niemand von uns war schuld daran.
Die erste heisse Quelle – sie hat mehr gestunken als gedampft. Wir haben sie trotzdem gebührend bewundert. Dann sahen wir schon von weitem – da hinten ist mehr Action.
Also steuerten wir die Dampfwolken an wie viiieeele andere Besucher auch. Auf dem Parkplatz war natürlich auf Anhieb nichts mehr frei, und wir waren auch nicht die Einzigen, die hier ihre Runden drehten. Klasse! Nachdem Jamie sowieso nicht mit in dieses Areal durfte, weil es für Hunde einfach zu gefährlich war, stiegen Marvin, Henrik und ich schon mal aus um zu sehen, ob sich die Warterei lohnt.
Die Wege zwischen den einzelnen Quellen, Geysiren und Pools führten über Holzplanken mit Geländern voll mit Touristen. Jeder wollte natürlich Fotos schiessen. Dementsprechend blieben die Leute da stehen, wo man die beste Sicht hatte, teils war keinerlei Weiterkommen. Andere wollen auch mal…… egal, wurscht….. Während wir anfangs noch versuchten, Platz zu machen und zu warten, drückten andere an uns vorbei und schoben uns zur Seite. Okay, das Spiel kenn‘ ich noch von Thanksgiving. Lasst uns mitspielen!
Na bitte, geht doch! Wir kamen voran. Bei einigen Bildern hätte es sich sogar gelohnt, noch etwas zu warten. Die Erfahrung musste ich aber erst noch machen.
Faszinierend, wie das blubbert und zischt – und stinkt….. Schliesslich hatten wir unsere Runde geschafft und kamen wieder beim Parkplatz an. Elmar war inzwischen erfolgreich, ich blieb bei Jamie und die drei Männer zogen nochmal gemeinsam los.
Wir räumten unseren heiss umkämpften Parkplatz und waren schon gespannt, was uns als nächstes erwartet. Schon nach einem kurzen Weg erreichten wir ein weiteres Blubberloch. Hier konnte auch der Hund mal raus, der Parkplatz war relativ frei, entspannt…
Der Kleine hier brodelte ganz schön vor sich hin…..
…. aber weiter hinter ging richtig die Post ab.
Das wollten wir natürlich aus der Nähe sehen. Schnell rein ins Auto und nix wie hin…
Ja, soviel dazu, verpufft, ausgeraucht, vorbei….. wir standen noch eine Weile. Vielleicht tut sich ja noch etwas. Aber nee, wenn wir schon mal vorbeikommen, hält der still. Dann halt nicht. Doch es gab auch so noch eine ganze Menge zu sehen.
Die Farben waren teilweise echt der Hammer. Aber das hier konnte nichts toppen:
Noch nicht eindrucksvoll genug? Stimmt! Ich bin dann ganz hoch auf den Zaun geklettert. Elmar hat meine Füsse festgehalten, und so konnte ich eine Aufnahme von oben machen.
Na, das sind doch mal Farben!
Doch Yellowstone ist viel mehr als seine Geysire. Wir setzten unsere Runde fort.
…..vorbei an Wasserfällen und tiefen Schluchten…..
…. durch schöne Landschaften…..
… bis dahin „wo die Shoshonen schön wohn(t)en“….. 😉 – wieder ein Zitat aus einem von Henriks Lieblingsfilmen…..
Hier war es wundervoll, ruhig, schön, hier könnte ich länger bleiben…..
Viel Zeit war jedoch nicht. Selbige lief uns davon, und wir hatten noch nicht einmal die Hälfte dessen gesehen, was möglich war.
Der Enthusiasmus der Jungs liess schon deutlich nach. Es herrschte HUNGER! Eine Wirtschaft war schnell gefunden. ESSEN – und schon ging’s wieder.
Nach kurzer Wegstrecke hatten wir eine besondere Begegnung (dachten wir zu diesem Zeitpunkt noch).
Da lagen mal eben so zwei Bisons auf der Wiese – OHNE Zaun! Au weia! – Pff, denkste….
Die begegneten uns nun mehrfach. Jamie war völlig von den Socken. Jagen oder Wegrennen?
Er entschied sich dann doch für’s Gras fressen. Sicher ist sicher!


FOTO!
Nochmal Blubberstinke mit zwei Bisons ganz hinten links und dann kam die Invasion….
Die Bisons waren plötzlich überall! Es war ihnen völlig Banane, ob auf der Strasse Autos fahren, keine Angst vor einem Zusammenstoss….
Da sowieso alle standen und Fotos machten, konnte Marvin Bilder aus der geöffneten Schiebetür heraus schiessen. Doch dann hat wohl einer der Bisons das Testosteron unseres Größten gerochen und schien einen Konkurrenten zu wittern. Auf jeden Fall kam er der offenen Schiebetür ziemlich schnell nahe. Von unserem Hund kam nur ein KLÄGLICHES wuff und er hat sich ganz schnell in der hintersten Ecke verkrochen. Auch Marvin wurde die Sache irgendwann zu heiss und er hat ganz schnell die Türe geschlossen. Aber die Fotos waren es definitiv wert!
Dann ging’s mal wieder für eine Weile. Wir genossen Aussichten und Ansichten….
… bis mal wieder Panik ausbrach. Wird wohl wieder ein Bison sein – dachten wir. Aber nee, da marschierte Meister Petz durch’s Gelände.
…..fühlte sich wohl belästigt und verdrückte sich…..
Er hätte aber auch ein bisschen posen und winken können….
….aber nee, und weg… Wir zogen weiter…..
Meine Güte, dieser NP hat Ausmasse!!!! Was gibt’s denn noch. Ja, Lower und Upper Waterfalls, die schauen wir uns auf jeden Fall an. Reizüberflutung? Kennen wir nicht!
Ach ja, und dann liegt dann mal eben so beim Hinlaufen zum Wasserfall ein Elch in der Wiese.
Klar, was sonst. Hätte auch ein Wolf sein können.
Das waren die Upper Falls. Die Lower Falls sind nicht weit. Die schauen wir uns auch noch an.
Klar, Kleiner, die Ampel ist grün. Mach nur…..
Die Gegend ist schön…
….. und schon sind wir bei den Lower Falls….
….. der Abstieg war lang, der Aufstieg würde knackig werden…..
… aber dafür nimmt man das doch gern in Kauf…..
Das war unser letztes Ziel für heute. Unser Weg führt uns nun nach Cody, tiefer in Wyoming, dem Land der Cowboys. Morgen wird es ganz andere Eindrücke geben.
Klar, Schnucki, komm‘ nochmal ran. Zeig‘ Dich!
Jetzt aber los! Der Weg ist weit!
Bis wir aus dem Yellowstone NP heraus waren, dauerte eine Ewigkeit. Dann ging es nochmal über 100km durch wilde Landschaft ohne Strassenbeleuchtung und Zivilisation. Irgendwann hielten wir an einem Wild West Restaurant, stehen geblieben Ende der 70er. Es war schon lange dunkel, und wir hatten Hunger. Wer weiss schon, ob wir noch später noch ein Abendessen bekämen. Die Bedienung war so um die 80 Jahre alt. Man wollte ihr am liebsten helfen. Ich nehme an, der Koch war im gleichen Alter, was die Zubereitung und das Anrichten vermuten liess. Nur die Preise waren der heutigen Zeit angepasst…..



















































































































































Hallo Tanja,
soweit wir das beobachten konnten, waren Hunde bei keiner Attraktion / View Point erlaubt. Bei den Geysiren war das ja noch irgendwo zu verstehen, weil das für die Vierbeiner ja doch gefährlich ist. Allerdings konnte ich das bei den Wasserfällen wie Upper oder Lower Falls kein bisschen nachvollziehen.
Viele Trails sollen jedoch mit Hunden machbar sein. Aber mal ehrlich: wer geht in den Yellowstone nur wegen der Trails?
BR,
Elmar
Awww – ich liebe den Yellowstone! Wie limitiert ist denn der Besuch mit dem Hund? Bis her haben wir den Trip noch nicht angetreten – eben wegen unseren Vierbeinern……
Schoene Bilder, Ihr scheint wieder viele Eindruecke gesammelt zu haben – Herrlich!
VG aus OC
Tanja