Heute mal wieder etwas ganz anderes. Wir tauchen ein sowohl in die Geschichte als auch in die immer noch praktizierte Lebensweise der Amerikaner im Westen des riesigen Landes.
Aber der Reihe nach…. Nach einer langen Autofahrt durch pure Wildnis – man glaubt es kaum – nur Wald, Berge, Flüsse, Steine und mittendurch eine Strasse – kamen wir spät abends im Big Bear MOTEL für 180$ die Nacht (ich glaub‘ es immer noch nicht) an. Es war tatsächlich nur ein einfaches Motel ohne jeglichen Komfort, ohne Frühstück, und wir waren deutlich nicht die ersten Gäste.


Die Preise sind hier in Cody deutlich dem Yellowstone und der Westernstadt geschuldet.
Gut, was soll’s, lamentieren nutzt eh nix, geniessen wir den Tag und sammeln Eindrücke. Als erstes brauchten wir mal ein Frühstück. Das fanden wir in einem coolen Westernhotel direkt im Zentrum.
Frisch gestärkt ging es nun auf Erkundungstour in die Old Trail Town. Die Jungs hatten beim Frühstück eindeutig zu viel Zucker erwischt. Bewegung wird Abhilfe schaffen.


Die Old Trail Town war ähnlich aufgebaut wie Calico.
Die Männer mussten sich natürlich beim Lassowerfen beweisen (oder auch nicht).
Es war interessant und informativ, ja, aber definitiv der kleinste Höhepunkt für uns hier in Cody. Besonders gespannt waren wir auf die Gun Show und auf das Rodeo am Abend. Bis dahin hatten wir noch eine ganze Menge Zeit totzuschlagen, und so machten wir uns auf durch die Geschäfte der Stadt – Cowboyhüte, Cowboystiefel, Indianerschmuck….. Ach ja, Getränke waren inzwischen auch knapp, und wir brauchten einen ganz normalen Supermarkt. Während wir unseren Einkaufswagen bestückten, staunten wir nicht schlecht.


Steht da plötzlich ein älterer Mann mit Knarre am Gürtel wie bei uns ein Handy! Welchen Schluss lässt das zu? …. Die Stadt ist GEFÄHRLICH! Schnell weiter!
Um 18.00 Uhr sollte die Gun Show vor dem historischen Hotel beginnen. Wir hatten uns schon mal Sitzplätze in der ersten Reihe reserviert und wollten schnell noch etwas essen gehen. 20.00 Uhr startete nämlich schon das Rodeo, 19.00 Uhr war Einlass, Dauer mindestens zwei Stunden. Nach 21.00 Uhr gibt es auf dem Land bzw. in der Provinz nichts mehr zu essen. Wir fanden recht schnell ein Lokal, bestellten… und befanden uns plötzlich in unmittelbarerer Nachbarschaft zu einer ganzen Horde von Hells Angels. Andere Gäste verliessen recht schnell diesen Bereich und setzten sich woanders hin. Wir hingegen waren äußerlich absolut cool. Schliesslich hatten wir einen Kampfhund unter dem Tisch liegen. Nachdem der Opa im Supermarkt schon eine Pistole am Gürtel hatte, wollte ich nicht wirklich darüber nachdenken, was hier wohl für ein Arsenal vertreten war. Manche der Rocker trugen ihre Waffen ganz offen und schauten böse in die Runde. Wir waren superschnell mit unserer Mahlzeit fertig. Wer muss schon kauen, rein in den Mund und runterschlucken, zack zack! Schnell bezahlt und ab.
Pünktlich kurz vor Beginn der Gun Show nahmen wir unsere Plätze ein. Doch bevor es losging, wurde zuerst gemeinsam die Nationalhymne mit einer totaler Selbstverständlichkeit und Inbrunst gesungen, eine völlig neue Erfahrung.
Die Vorstellung begann mit einem ziemlich lauten Schuss, und wir mussten erkennen, dass unser Hund nicht schussfest ist. Obwohl ihn sonst alles kalt lässt, machte ihn das Geballere nervös. Henrik war es angeblich auch zu laut, und er ging mit Jamie ins Auto. Ich glaube ja dagegen, dass Henrik nur Schiss hatte in das Spiel einbezogen zu werden, denn die Akteure holten sich zur Einstimmung auch mal Leute aus dem Publikum.
Eine örtliche Laienspielgruppe erzählte uns so eine Begebenheit aus der Geschichte der Stadt. Die Akteure gaben sich redlich Mühe…. 😉 Von den anwesenden Gästen sah es bestimmt jeder zum ersten Mal.
Nun hiess es Hund ins Hotel bringen und ab zum Rodeo. An dieser Stelle möchte ich anmerken, dass sich unsere Unterkunft etwa 800m vom Stampede Rodeo entfernt befindet. Wir lagen auch super in der Zeit. Meine Männer wollten dahin mit dem Auto FAHREN – weil es schneller geht, weil es abends vielleicht kalt wird….. Ja klar! Ist das zu fassen?
Von der Kellnerin am Vorabend hatten wir den Tipp bekommen uns auf die Tribüne gegenüber dem Eingang zu setzen. Von dort aus habe man die beste Sicht auf die Cowboys und die Tiere hinter den Kulissen. Doch wir waren nicht die Einzigen mit Insiderwissen. Kaum waren die Tore geöffnet, begann der Run auf die besten Plätze, von denen wir schliesslich vier ergattern konnten. Und es lohnte sich wirklich!
Wir hatten unsere Karten vorher schon gekauft und hatten so in relativer Ruhe freie Platzwahl. Noch war Zeit bis zum Beginn der Vorstellung. Wir beobachteten, was hinter den Kulissen so an Vorbereitungen getroffen wurde.
Hier wurde fleissig Tape verklebt….
Und nachdem wir schliesslich in Amerika sind, durften die Cowboys das Hemd zum Tapen nicht komplett ausziehen, sondern nur den einen Arm frei legen…
Aber Waffen dürfen offen am Gürtel getragen werden! Und Motorradfahrer brauchen keinen Helm!


…. der wartende Nachwuchs bespasst….
Dann ging es endlich los…..






…. mit einer beeindruckenden Parade, einem Gebet und der Nationalhymne.
Etliche junge Cowboys versuchten sich auf den Rücken ihrer wild buckelnden Pferde zu halten.

Es lässt sich leider nicht gut fotografieren. Die meisten waren schneller wieder unten als drauf. Die eigentliche Arbeit leisteten an diesem Abend die Cowboys, die die Tiere wieder beruhigen und einsammeln mussten!


Es gab verschiedene Wettbewerbe in Bullenreiten, Hindernisparcours und Lasso werfen…




Die Rodeoclowns leisteten ebenfalls Superarbeit, müssen sie doch die Stiere ablenken, wenn diese ihre Reiter abgeworfen haben. Die Clowns waren echt lustig, schnell und irrsinnig risikobereit.




Sehr spannend fand ich das Hindernisreiten auf Zeit. Da hat doch eine kleine Zwölfjährige ihre Konkurrenz um Längen abgehängt.

Alles im allem muss man das gesehen haben! Ich bin absolut beeindruckt, wie fest schon die Knirpse hier im Sattel sitzen. Morgen werden wir selber unsere Sattelfestigkeit überprüfen können.







































