Die Fahrt bis Page zog sich, und zog sich, und zog sich. Irgendwie hatten wir das Gefühl nie anzukommen. Es war schon lange dunkel. Elmar wurde natürlich auch müde wie wir alle. Schon allein bis wir aus Canyonlands heraus waren hatte sich hingezogen, aber nun wurde es zur Tortur. Die Jungs schliefen schon längst samt Hund auf der Rückbank. Wenn man sich mal überlegt, welche Distanzen hier in den USA ständig überwunden werden müssen, wundert es mich, dass es hier kaum öffentliche Verkehrsmittel gibt. Ein Autozug wäre doch zum Beispiel cool. Den gibt es jedoch nur an der Ostküste. Dort verbindet er gerade mal zwei Stationen. Doch auch ohne Amtrak erreichten wir endlich unser Hotel in Page am Lake Powell. Inzwischen war es deutlich nach Mitternacht. Wir mussten dringend ins Bett. An der Rezeption wartete ein Mitarbeiter wohl schon länger auf uns. Die Buchung hatte er schon in der Hand, ebenso Schlüsselkarten und Zimmerplan. Ich musste nur noch unterschreiben: eine Suite für zwei Erwachsene mit Hund. Für den Bruchteil einer Sekunde war ich bereit, die Jungs im Auto schlafen zu lassen, nur um weiteren Aufschub bis ins Bett zu verhindern. Aber nee, da höre ich mich schon sagen „Wir sind zu viert“. Er hat ebenso nur kurz gezuckt, fix umdisponiert, und es wurde für uns sogar etwas günstiger. Auch nicht schlecht. In nullkommanix hatten wir alles Notwendige vom Auto ins Zimmer verfrachtet und fielen auch schon in narkoseähnlichen Tiefschlaf. Lange jedoch sollte unser Glück nicht halten. Irgendwann drang ein penetranter „Piep-piep-piep-…“- Ton in mein Bewusstsein. Meine Männer inklusive Hund lagen jedoch wie Steine in ihren Betten. Da zuckte nichts. Also bin ich doch mal raus aus der Koje und hab‘ mal in den Flur gelinst. Dort war der Ton wesentlich lauter. SCHEISSE, das ist FEUERALARM! Morgens um halb drei ist das sicher auch keine Übung. Elmar stand relativ flott auf den Füssen, bei Marvin dauerte es etwas länger und Henrik wollte „später“ nachkommen. Ja klar! Wir hatten ein Zimmer im Erdgeschoss und waren durch die Terrassentür ruckzuck auf dem Parkplatz. Der Ton war immernoch laut zu hören. In den oberen Stockwerken schaute lediglich hier und da mal einer aus dem Fenster. Von Eile oder gar Panik keine Spur. Während wir die Jungs mit Jamie hinten auf dem Parkplatz liessen, gingen Elmar und ich zur Rezeption. Hier stand bereits ein älteres Ehepaar und harrte der Dinge, die kommen würden oder auch nicht. Kurze Zeit später gesellten sich noch drei Damen in Nachthemd und Bademantel zu uns. Dann war der Ton plötzlich aus. Der Rezeptionist kam von irgendwo hergeschlappt. Er habe den Feueralarm abgestellt. Auf Nachfrage erfuhren wir noch, dass wohl ein Scherzkeks im 2. Stock den Alarm gezogen hätte und abgehauen ist. Was für ein Spassvogel! Eigentlich hatten wir erwartet, dass bei Feueralarm in einem Hotel mal eben ein Grossaufgebot an Feuerwehr auffährt. Den Fotoapparat hatte ich schon in der Jackentasche. Doch es blieb still, keine Sirenen, kein einziges Blaulicht 🙁 . Offensichtlich ist es hier möglich, per Anruf einen Feueralarm „abzusagen“. Nicht mal eine Kontrolle. Interessant. Wir durften also wieder zu Bett gehen. Irgendwie dauerte es diesmal länger mit dem Einschlafen, jedenfalls bei mir. Ob dieser Dödel auch richtig geguckt hat? Nicht das doch was war… Kommt der Scherzkeks nochmal und findet das vielleicht lustig? Und vor allem – warum kommt nicht wenigstens mal ein Feuerwehrauto zur Kontrolle? Bei Feueralarm in einem Hotel? Nachdem es ruhig blieb und auch nichts anfing verbrannt zu riechen, schlief auch ich wieder ein.
Da habt Ihr Euch aber auch Strecken vorgenommen…. Aber schoen wars bestimmt allemal…. Das mit dem Feueralarm ist allerdings wirklich ein Ding! Lustig dann schon, dass Du gleich den Fotoapparat geschnappt hast (eben ein richtiger Blogger 🙂 )
VG aus OC California
Tanja